Weißkohl

Weißkohl in der Geschichte

Schon die alten Griechen verwendeten Weißkohl oder Weißkohlsaft um Verstopfungen oder Pilzvergiftungen zu behandeln. Auch den alten Ägyptern war der Weißkohl nicht fremd. Sie nahmen das Superfood vor ihren Mahlzeiten als Prophylaxe ein, um der toxischen Wirkung des Weines entgegenzuwirken. Die Idee einer Kohlsuppendiät war ihnen bestimmt noch völlig fremd, doch wussten sie sich zu helfen. Britische Soldaten nahmen ihren Weißkohl sogar mit in den Schützengraben, um Wunden zu behandeln und um Bandagen aus Weißkohl anzulegen. Ob sie auch eine Kohlsuppe mitnahmen, ist leider nicht bekannt. Aber dazu später mehr...

Die Verwendung von Weißkohl als Medizin über die Geschichte hinweg, ist ein Beleg für seine hohe Konzentration an gesundheitsförderlichen Nährstoffen.

Weißkohl ist reich an krankheitsbekämpfenden Inhaltsstoffen! Alle Kohlsorten enthalten hohe Konzentrationen an sekundären Pflanzenstoffen. Aber auch Vitamintechnisch kann er sich blicken lassen.

Weißkohl ist eine tolle Vitamin-C und Vitamin-K Quelle. Nur eine halbe Tasse gekochter Weißkohl enthält 50 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C. Weißkohl besitzt eine moderate Menge fast aller lebensnotwendiger Vitamine. Aber keine Angst vor einer Vitamin-Überdosis während ihrer Kohlsuppendiät. Natürliche Vitamine kann man niemals zu viele bekommen.

Wenn Sie wissen möchten, was den Weißkohl und damit die Kohlsuppendiät so verdammt wertvoll macht, dann lesen Sie weiter.

Weißkohl, Brokkoli oder Grünkohl haben alle eines gemeinsam – sie alle gehören zu der Gruppe der Kreuzblütengewächse. In einer Kohlsuppendiät sind Sie natürlich nicht nur auf den Weißkohl beschränkt. Natürlich können Sie auf verschiedene Kreuzblütler zurückgreifen. Eine Kombination ist sogar förderlich für Ihre Gesundheit.

Also tauschen sie ruhig mal den Weißkohl mit anderen Kohlsorten aus. So können Sie ein wenig Abwechslung in ihre Kohlsuppendiät bringen.

Die Tabelle zeigt den unterschiedlichen Vitamingehalt diverser Kohlsorten. Aber natürlich unterscheiden sie sich nicht nur in ihrem Vitamingehalt, sondern auch in anderen Inhaltsstoffen.

Senfölglycoside

Typisch für den Weißkohl sind die Senfölglykoside, die den kohlartigen Geschmack ausmachen. Sie sind hauptverantwortlich für die positive gesundheitliche Wirkung des Weißkohls. Senfölglykoside finden sich in allen Kohlsorten wieder. Sie gehören zu der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Ob Sie nun Weißkohl oder Brokkoli essen, Ihre Gesundheit wird davon profitieren. Geschmäcker sind verschieden. Durch die Sortenvielfalt ist garantiert, dass die Kohlsuppendiät auch Ihnen schmeckt.

Sinigrin, Glucotropaeolin, Progoitrin und Epiprogoitrin haben alle eines gemeinsam. Sie alle sind Senfölglycoside, auch Glucosinolate genannt. Man kennt sie auch unter dem Namen „Sekundäre Pflanzenstoffe“. Es wurden bisher mehr als 120 von diesen Senfölglycoside nachgewiesen Sie verteilen sich hauptsächlich über die Kreuzblütengewächse. Ihnen wird seit langem eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Weißkohl und alle anderen Kohlsorten tragen diesen charakteristischen Inhaltsstoff, der so viel zu Ihrer Gesundheit beiträgt. In der Kohlsuppendiät nehmen Sie so viele Senfölglycoside zu sich, wie Sie es vielleicht für gewöhnlich in einem halben Jahr gemacht haben. Ein Grund mehr noch heute zu starten.

Senföle

Diese sekundären Pflanzenstoffe dienen der Pflanze aufgrund ihres bitteren Geschmacks um Fressfeinde fernzuhalten, da sie auf viele Insekten toxisch wirken. Für den Menschen hat Weißkohl vielfältige positive gesundheitliche Auswirkungen. Senfölglycoside werden durch das Kauen zu Senfölen gespalten. Bestimmt haben Sie schon von den berühmten Senfölen in Verbindung mit Weißkohl gehört.

Sie wirken sich hemmend auf die Bildung von antimikrobiellen Krankheitserregern, wie Bakterien, Viren und Pilze aus. Schon in geringen Mengen verdünnt, hat sich eine starke antibakterielle Wirkung gezeigt. Somit lässt sich auch erklären, was diese Britischen Soldaten mit dem Weißkohl im Schützengraben zu schaffen hatten. Also gar keine so dumme Idee...

Senföl wird schon über Jahrhunderte gegen entzündungsbedingte Krankheiten wie Rheuma, Muskelschmerzen oder Geschwüre eingesetzt. Auch finden sie als pflanzliche Antibiotika häufig Verwendung. Pflanzliche Senfölglycoside dienen der Medizin seit längerem der Behandlung und Prophylaxe von Atemwegs- und Harnwegsinfekten. Bakterien und Keime können im laufe der Zeit eine Resistenz gegenüber herkömmlichen Antibiotika aufbauen, so dass diese nicht mehr wirken. Auch tritt der magen- und darmfreundliche Aspekt des Weißkohls tritt immer weiter in den Vordergrund.

Sulforaphan

Das bekannteste Senfölglycosid ist wohl Sulforaphan. Sulforaphan kommt vor allem in Brokkoli vor, aber natürlich auch im Weißkohl. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass Sulforaphan die Ausbreitung von Krebszellen unterbinden kann, indem es den Zelltod einleitet und die Zellteilung hemmt. Überdies tragen Senföle zur Vermeidung krebsbegünstigender Zellveränderungen bei. Der hohe Stellenwert von Kohlgemüse in Bezug auf Lungen-, Magen-, Darm- und Brusttumoren ist bereits in mehreren Studien belegt. Nicht alle Gemüsesorten, die Sie während der Kohlsuppendiät zu sich nehmen haben diese speziellen Eigenschaften. Aber auch sie haben natürlich ihre gesundheitliche Berechtigung. Selbst im Hinblick auf ernsthafte Erkrankungen.

Weiter wichtige Senföle im Weißkohl sind Indole. Hier wird dem Indol-3-Carbinol (I3C) besondere Aufmerksamkeit zuteil. Es wird im Magen zu Diindolylmethan (DIM) verstoffwechselt. Laut der American Association for Cancer Research kann die Streuung von Krebszellen aufgrund einer direkten Behandlung mit DIM um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Es spielt vor allem in der Vorbeugung und Behandlung von Brust- und Prostatakrebs eine Rolle. Auch reguliert DIM den Hormonhaushalt, wie zum Beispiele den Östrogenspiegel, und schützt so vor hormonabhängigen Krebsarten. Der Einsatz von DIM in der Chemotherapie rückt aktuell stark in den Fokus des Interesses.

Mit sekundären Pflanzenstoffen gegen freie Radikale...

Nein, freie Radikale sind keine neu-politische Gruppierung, es sind quasi Giftstoffe in Ihrem Körper. Freie Radikale entstehen in Ihrem Körper, da sie nicht von außen aufgenommen werden können, weil sie sofort mit ihrer Umgebung reagieren. Das kann durch die Sonneneinstrahlung geschehen, durch rauchen oder durch Schadstoffe in Nahrung und Luft. Sie machen schlechte Laune (oxidativer Stress) und lassen uns älter aussehen. Meistens sind wir machtlos und müssen deren Aufnahme akzeptieren. Da gibt es aber auch noch die guten, die Radikalfänger – Antioxidantien.

Antioxidantien neutralisieren diese freien Radikale. Sie stärken Ihr Immunsystem, beugen Entzündungen und schlimme Erkrankungen vor. Zu ihnen zählen hauptsächlich Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Neben den genannten Senfölen bietet Weißkohl eine komplette Palette dieser Antioxidantien. Die Liste ist lang. Mit einer Kohlsuppendiät wird diese Liste noch länger.

Neben den zahlreichen Vitaminen bietet Ihnen Weißkohl, und damit auch die Kohlsuppendiät, eine Menge Flavonoide, wie zum Beispiel Quercetin, Rutosid, Kämpferol oder Anthocyanidine. Auch enthält Weißkohl wichtige Mineralstoffe, Spurenelemente (Zink, Eisen, Phosphor, Mangan oder Selen), Alpha-Liponsäure oder Folsäure. Weißkohl ist ein Vielträger von sekundären Pflanzenstoffen und Vitaminen und zählt nicht ohne Grund zu den Wohl gesündesten Lebensmitteln auf der Welt. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe stützen einen gesunden Stoffwechsel, helfen unnötiges Fett zu verbrennen und sind die Säulen eines aktiven und gesunden Lebens.

Aber es muss nicht immer eine Kohlsuppendiät sein. Auch Weißkohl in Form von Sauerkraut oder eines Weißkohlsalates (Coleslaw) ist sehr gesund.